01 · Dringlichkeit: Sehr hoch
Sondermaschinenbau: Jede Kalkulation fängt neu an.
Im Sondermaschinenbau liegt das gesamte Kalkulationswissen bei einzelnen
Konstrukteuren. Wenn diese in Rente gehen, geht das Wissen mit. Und wer geht, reißt
direkt Kapazitäten mit: Jedes Angebot dauert 2–6 Wochen, obwohl 80% der
Komponenten aus früheren Projekten bekannt sind.
Kalkulationszeiten von 2–6 Wochen
Obwohl 80% der Baugruppen aus früheren Projekten bekannt sind — jedes Angebot startet bei null.
CE-Dokumentation frisst Ingenieursstunden
15–25% der Ingenieurstunden fließen in Risikobeurteilungen, ATEX-Dokumentation und Konformitätserklärungen.
Serviceberichte verschwinden im Nirgendwo
Erkenntnisse aus 500 Servicebesuchen landen nirgendwo strukturiert — dasselbe Problem wird drei Mal gelöst.
Mögliche KI-Projekte
- → Kalkulations-Assistent (LLM + historische Projekte)
- → CE- / ATEX-Dokumentations-Generator
- → Serviceberichte → strukturierte Wissensbasis
02 · Dringlichkeit: Sehr hoch
Spedition & Logistik: 15 Minuten pro Frachtbrief — manuell.
Speditionen arbeiten mit Margen unter 2%. Jede Minute verschwendete Dispositionszeit,
jede falsch erfasste CMR, jeder verzögerte Schadensfall trifft direkt das Ergebnis.
Wettbewerber aus den Niederlanden und der Tschechei automatisieren bereits mit KI.
Frachtbriefe: 15–30 Minuten manuell
CMR, Zollpapiere, PODs, DGVZ-Dokumente — alles per Hand erfasst und geprüft. Bei 100 Sendungen/Tag ein Vollzeit-Job.
Dispositionswissen bei einzelnen Personen
Urlaub oder Kündigung des erfahrenen Disponenten = operative Krise. Kein strukturiertes Wissen, keine Übergabe.
Schadensabwicklung: 3–8 Wochen
Manuelle Koordination mit Versicherungen, Kunden, Fahrern. Keine systematische Schadensdokumentation.
Mögliche KI-Projekte
- → Dokumenten-KI (CMR, Zoll, POD-Extraktion)
- → Dispositions-Assistent (Touren, Fahrerkommunikation)
- → KI-gestützte Schadensabwicklung
Systeme: CargoSoft, Transics, Soloplan, TimoCom
03 · Dringlichkeit: Hoch
Hausverwaltung: 70% der Anfragen sind Standardfragen. Trotzdem: 48h Antwortzeit.
Hausverwaltungen wachsen explosiv — aber ohne skalierbare Prozesse. Mieteranfragen,
Handwerkerkoordination, Nebenkostenabrechnung: 60% der Betriebe arbeiten noch
mit Excel oder Papier. WEG-Reform 2020 und Energieausweis-Pflichten erhöhen den
Compliance-Druck zusätzlich.
48h Antwortzeit bei Standardfragen
Zählerstand, Nebenkosten-Nachfragen, Handwerkertermine — 70% sind immer dieselben 20 Fragen.
Nebenkostenabrechnung: 3–6 Wochen/Objekt
Hohe Fehlerquote, viele Rückfragen von Mietern, Korrekturschleifen. Rechtsrisiko bei fehlerhaften Abrechnungen.
Verträge und Übergaben in E-Mail-Ordnern
Mietverträge, Übergabeprotokolle, Handwerkerangebote: keine strukturierte Ablage, keine Fristenkontrolle.
Mögliche KI-Projekte
- → Mieter-Chatbot + Ticketsystem
- → IDP für Rechnungen und Verträge
- → Handwerker-Koordinations-Assistent
Systeme: Domus, iX-Haus, WinKaVo, KARTHAGO, Immoware24
04 · Dringlichkeit: Hoch
Steuerberatung: 35% der Mitarbeiterzeit für Belegerfassung.
50.000 unbesetzte Stellen in DACH, DATEV mit rudimentären KI-Features, und
Startups die mit KI-first-Angeboten in den Markt drängen. Wer Belegerfassung
automatisiert, gewinnt sofort Kapazität für Beratungsleistungen mit echtem Mehrwert.
Belegerfassung: 35% der Mitarbeiterzeit
OCR, manuelle Kontierung, Upload nach DATEV — hochqualifizierte Fachkräfte für reine Routinearbeit.
Mandantenanfragen außerhalb Sprechzeiten
Fragen zur USt-Voranmeldung, Fristen, Bescheiden: abends und am Wochenende kein Kontakt möglich.
GdPdU/GoBD-Prüfungen auf dem Vormarsch
Finanzbehörden prüfen die digitale Buchführung intensiver. Fehlende Belege kosten Mandanten Geld — und die Kanzlei Nerven.
Mögliche KI-Projekte
- → Beleg-KI (OCR + Kontierung + DATEV-Import)
- → Mandanten-FAQ-Bot (24/7 Standardanfragen)
- → Jahresabschluss-Checklisten-Automation
Systeme: DATEV (dominant), Agenda, Addison
05 · Dringlichkeit: Hoch
TGA-Planungsbüros: 4 Wochen für ein Leistungsverzeichnis.
Die Energiewende und die Sanierungswelle treiben den Auftragsbestand — aber
qualifizierte Planer fehlen. 40–60% der Arbeitszeit fließt in Dokumentation
und Koordination statt in eigentliche Planungsleistungen.
Mögliche KI-Projekte
- → LV-Generator (LLM + STLB/GAEB-Normdaten)
- → Normen-Recherche-Assistent (DIN, VDI, DVGW)
- → Nachtragsmanagement-KI
06 · Systembereich: CRM · DMS · BI
CRM, DMS & BI: Die Systeme sind da — die KI fehlt.
HubSpot, Pipedrive, DocuWare, ELO, Power BI — diese Systeme sind im DACH-Mittelstand
weit verbreitet. Aber ihre nativen KI-Features sind schwach, nicht verfügbar
oder nicht DSGVO-konform. Hier entsteht die größte Lücke.
Power BI KI-Features: In deutschen Tenants oft eingeschränkt
Microsoft rollt Power BI Copilot schrittweise aus. Deutsche Unternehmen mit strikten Datensouveränitäts-Anforderungen (GxP, BaFin, öffentlicher Sektor) haben diese Features oft nicht oder nur eingeschränkt — eine eigene KI-Schicht ist stabiler und DSGVO-sicherer.
CRM ohne Lead-Intelligenz
HubSpot und Pipedrive speichern Kontakte — aber scoring, Anreicherung und Churn-Früherkennung fehlen komplett. 40–60% der Leads werden nicht nachgefasst.
Verträge ohne Fristenkontrolle
§ 147 AO (10 Jahre Aufbewahrung) und DSGVO-AVVs: In 40% der KMU nicht sauber umgesetzt. Verträge liegen in E-Mail-Ordnern — keine Kündigungsfrist-Überwachung.
Mögliche KI-Projekte
- → Lead Scoring + Call Summary → CRM (HubSpot/Pipedrive)
- → Contract Intelligence (Fristen, HGB, DSGVO-AVV)
- → Natural Language BI (NL-to-SQL auf Power BI)
- → Rechnungs-IDP (AP-Automatisierung)
07 · Systembereich: MES · WMS · QMS
Fertigung: OEE bei 62% — Benchmark 85%. Die Lücke ist messbar.
MES-Systeme wie MPDV, Forcam und Ignition messen OEE, Rüstzeiten und
Schichtverläufe — aber die Ursachendiagnose bleibt manuell. Nur 10% der
DACH-Mittelstandsbetriebe haben Predictive Maintenance produktiv. Das ist
kein Technologie-, sondern ein Integrationsproblem.
OEE bei ø 62%, Benchmark 85%
Die Verluste werden gemessen — aber die Ursachen werden manuell und zeitverzögert erfasst. Mikrostopps unter 5 Minuten werden oft gar nicht kategorisiert.
Schichtübergabe: 15–25 Minuten Produktionsstillstand
Mündliche Übergabe führt zu Informationsverlusten. Das KI-Schichtprotokoll ist das Projekt mit dem schnellsten ROI in der gesamten Fertigung.
Predictive Maintenance: nur 10% produktiv
Nicht wegen fehlender Technik — wegen IT/OT-Trennung, schlechter Sensordatenqualität und falschen Erwartungen. Wir lösen das systematisch.
8D-Berichte: 4–12 Stunden manuell
In der Automotive-Zulieferkette (IATF 16949) ein dauerhafter Engpass. LLMs können den Entwurf in 20 Minuten erstellen — der Ingenieur prüft und unterschreibt.
Mögliche KI-Projekte
- → KI-Schichtprotokoll (MES-Daten + Spracheingabe)
- → OEE Anomalie-KI (Ursachendiagnose)
- → 8D-Assistent für Reklamationsmanagement
- → Predictive Maintenance (Kompressoren, Pumpen)
Systeme: MPDV Hydra, Forcam FORCE Bridge, Ignition · Integration via n8n (selbstgehostet, DSGVO-konform)
08 · Dringlichkeit: Mittel–Hoch
Handwerk & SHK: Angebotserstellung dauert eine Woche.
Der Wärmepumpen-Boom trifft auf Betriebe, die noch mit Papier-Aufmaß und
manueller Angebotserstellung arbeiten. Wer schneller und günstiger anbietet,
gewinnt den Auftrag.
Mögliche KI-Projekte
- → Angebots-Assistent (Aufmaß → Angebot → Auftrag)
- → Wartungsprotokoll-KI (Sprache → strukturiertes Protokoll)
- → Kundenportal mit KI-FAQ (Entstörung, Terminbuchung)
09 · Dringlichkeit: Hoch
Anwaltskanzleien: 30–60 Minuten Zeiterfassung täglich — pro Anwalt.
Das billable-hour-Modell macht jede Stunde Routinearbeit direkt teuer.
Zeiterfassungsnarrative, Schriftsatz-Entwürfe und Fristenkalender aus
Gerichtsbeschlüssen sind hochwiederholbare Textaufgaben — exakt das,
was LLMs am besten können. Internationale Legal-AI-Startups drängen
bereits in den DACH-Markt.
Zeiterfassung: 30–60 Min. täglich reines Schreiben
Jede 6-Minuten-Einheit muss mit einem beschreibenden Text versehen werden. Bei 5 Anwälten = halbe Stelle nur für Zeiterfassung.
Fristen aus Beschlüssen manuell übertragen
Rechtsmittelfristen, Stellungnahmefristen aus Gerichtsbeschlüssen werden manuell in den Kalender eingetragen. Ein Fehler = Haftung.
Schriftsätze brauchen 2–5 Tage Ersterstellung
80% des Erstentwurfs ist Struktur und Standardformulierungen — die der Anwalt bereits 50 Mal in ähnlicher Form geschrieben hat.
Mögliche KI-Projekte
- → Zeiterfassungs-Assistent (Stichworte → RA-MICRO-Narrativ)
- → Fristenkalender-KI (Beschlüsse → automatische Fristen)
- → Schriftsatz-Assistent (Aktennotizen → Erster Entwurf)
- → Due Diligence KI (Datenraum → Risiko-Memo)
Systeme: RA-MICRO (dominant DACH), DATEV Anwalt, Advoware · Rechtsdatenbanken: juris, beck-online
Hinweis: KI als Assistent — Anwaltsgeheimnis und Haftung bleiben beim Anwalt. Hosting on-premise oder EU-only empfohlen.
10 · Dringlichkeit: Sehr hoch
Prozessindustrie: Rohstoffwissen steckt in Menschen — nicht in Systemen.
Spezialchemie, Polymerhersteller, Lohnmischer — alle haben dasselbe Problem: Das Wissen
über Rohstoffe, Rezepturen und Produktverhalten liegt bei wenigen Experten. ERP-Systeme
speichern Stammdaten, aber kein Erfahrungswissen. Wenn der Spezialist wechselt, geht die
Qualität mit.
Rohstoffwissen: In Köpfen, nicht im System
Gegentypen, Lieferantenvarianz, Verarbeitungseigenschaften — alles in Excel-Dateien oder bei Einzelpersonen. Bei Urlaub oder Kündigung: Stillstand.
Rezepturvarianz trotz gleicher Charge
Rohstoffchargen schwanken. Welche Anpassung hat beim letzten Mal funktioniert? Dieses Wissen ist selten dokumentiert — und nie durchsuchbar.
Kundenanfragen brauchen Expertenwissen
"Haben Sie einen Gegentyp zu Produkt X?" dauert 2–3 Tage — weil der einzige Spezialist gerade nicht verfügbar ist. Vertrieb und Einkauf können nicht selbst antworten.
Mögliche KI-Projekte
- → Rohstoff-Wissens-Assistent (Technische Daten + Erfahrungswissen als KI-Dialog)
- → Gegentyp-Finder (Produktdatenbank + LLM-Analyse)
- → Rezeptur-Dokumentations-Assistent (Chargenbericht → strukturierte Wissensbasis)
- → Technische Kundenanfragen: KI-gestützte Erstantwort für Vertrieb
Systeme: SAP, Infor CloudSuite Industrial, LIMS-Systeme · Integration: REST-APIs, EDI, OPC-UA
AT Consulting Lösung · Prozessindustrie
Valenz AI: Rohstoff- und Produktwissen als dialogfähige KI.
Valenz AI ist AT Consulting's eigene KI-Plattform für Hersteller in der Prozessindustrie.
Technische Datenblätter, Erfahrungswissen und Produktdaten werden zu einer
durchsuchbaren, dialogfähigen Wissensbasis — die Vertrieb, Technik und Einkauf
direkt nutzen können. Erste Deployments sind produktiv.
Technische Anfragen: 2–3 Tage bis zur Antwort
Sales muss erst intern recherchieren bevor er Kunden antwortet. Valenz AI liefert die Antwort sofort — mit Quellenangabe aus den eigenen Datenblättern.
Gegentyp-Analyse dauert Stunden bis Tage
"Welches eigene Produkt ersetzt Rohstoff X vom Wettbewerber?" Valenz AI analysiert die Produktdatenbank und gibt eine direkte, begründete Empfehlung.
Expertenwissen skaliert nicht mit dem Vertrieb
Ein Spezialist, 20 Sales-Mitarbeiter. Valenz AI demokratisiert technisches Produktwissen — ohne dass der Experte bei jedem Gespräch dabei sein muss.
Einsatzfelder
- → Produktdaten-Dialog (Fragen in natürlicher Sprache, Antworten mit Quellenangabe)
- → Gegentyp-Analyse (Wettbewerber-Produkte auf eigene Produktdatenbank mappen)
- → Technische Beratungsassistenz für Vertrieb und Einkauf
- → Wissensbasis-Aufbau aus bestehenden Datenblättern und Dokumenten
AT Consulting Lösung · Prozessführung
BOS: Betriebsführung für die mittelständische Prozessindustrie.
Das Business Operations System ist kein ERP. Es ist die modulare Schicht zwischen
Produktion und IT — für Unternehmen die bereits ein ERP haben, aber operative
Intelligenz fehlt: Rezepturmanagement, Chargenführung, Qualitätskontrolle und
Produktionsplanung — ohne SAP-Overhead und ohne IT-Projekt-Risiko.
Zwischen Zettelwirtschaft und SAP gibt es nichts
Viele mittelständische Produzenten sind zu groß für Excel — aber zu klein und zu spezialisiert für ein vollständiges SAP. BOS ist der dritte Weg: modular, integrierbar, sofort produktiv.
Rezepturänderungen dauern Wochen
Genehmigungsprozesse, manuelle Dokumentation, keine Versionierung: Änderungen an Rezepturen sind fehleranfällig und langsam. BOS strukturiert das mit klaren Workflows.
Qualitätsdaten in Insellösungen
LIMS, Excel, Papier — keine einheitliche Sicht auf Chargenqualität und Abweichungen. BOS integriert bestehende Systeme und schafft eine gemeinsame Datenbasis.
Module
- → Rezepturmanagement (Versionierung, Freigabeworkflow, Änderungshistorie)
- → Chargenführung und Rückverfolgbarkeit (GMP-ready)
- → KI-gestützte Qualitätsauswertung (Anomalie-Erkennung, Abweichungsanalyse)
- → Integration in bestehende ERP- und LIMS-Systeme