Ausgangslage
Über zwei Jahrzehnte war das Sortiment des Großhändlers organisch gewachsen. Jeder Vertriebler durfte „seine” Spezialartikel einlisten — neue Sortimente wurden aufgenommen, alte selten geprüft. Das Ergebnis: 12.000 Artikel im Stamm, ein erheblicher Lager-Footprint, gebundenes Kapital ohne erkennbaren Beitrag.
Vorgehen
Wir haben die ERP-Daten der letzten 36 Monate eingelesen und in BIA klassifiziert nach:
- Umschlagsklasse (A/B/C) nach Stückzahl
- Marge (Brutto- und Nettomarge je Artikel)
- Kunden-Konzentration (wie viele Kunden kaufen den Artikel überhaupt?)
- Strategische Funktion (ist der Artikel Teil eines verbundenen Sortiments?)
Das ergab vier Cluster: klare Auslistungs-Kandidaten, strategische Ausnahmen, Margenbringer, und „beobachten”. Der Maßnahmenplan war direkt umsetzbar.
Ergebnis
In Q1 wurden 1.400 Artikel ausgelistet. Das freigesetzte Working Capital von 1,8 Mio. € wurde teilweise reinvestiert in höhere Bestände der Margenbringer. Die Lieferfähigkeit blieb durchgängig stabil — denn die strategischen C-Artikel, die für Schlüsselkunden wichtig waren, blieben bewusst im Sortiment.