Ausgangslage
Das Familienunternehmen verarbeitet Lebensmittel an drei Standorten. Das bestehende ERP war 15 Jahre alt, kaum noch wartbar, und die Hersteller-Roadmap zeigte klar in eine andere Richtung als die Bedürfnisse des Betriebs. Eine Ablösung war unausweichlich — aber niemand im Haus hatte Erfahrung mit ERP-Auswahlprozessen.
Vorgehen
Wir haben BSS strukturiert ausgerollt:
Phase 1: Anforderungserfassung. In moderierten Workshops mit allen Fachabteilungen wurden 240 funktionale und nicht-funktionale Anforderungen aufgenommen. Jede Anforderung wurde priorisiert (must-have / should-have / nice-to-have) und mit der jeweiligen Fachabteilung abgezeichnet.
Phase 2: Anbieter-Scoring. Acht in Frage kommende Anbieter erhielten den Anforderungs-Katalog mit der Bitte, je Anforderung verbindlich zu antworten: erfüllt out-of-the-box, erfüllt mit Customizing, nicht möglich. Die Antworten wurden in einer Matrix gegen die Gewichtung gescort.
Phase 3: Use-Case-Demonstration. Die Top 3 Anbieter mussten ihre Antworten an einem realen Use-Case (Chargenrückruf über drei Produktionsschritte) live demonstrieren — vor Geschäftsführung, Produktionsleitung und Aufsichtsrat.
Ergebnis
Nach vier Monaten war die Vergabe-Entscheidung gefallen. Die Dokumentation des Auswahlprozesses war lückenlos und Aufsichtsrat-tauglich. Beim Go-Live ein Jahr später gab es keine grundsätzlichen Funktions-Lücken — weil die kritischen Anforderungen vorher verifiziert worden waren.
„Wir hätten den falschen Anbieter genommen, wenn wir auf die Marketing-Versprechen reingefallen wären. Der strukturierte Prozess hat uns vor einer teuren Fehlentscheidung bewahrt."
— Geschäftsführerin · anonymisiert